Mountainbikestrecke in Roßdorf
CDU fragt nach Perspektiven für Mountainbiker in Roßdorf – Gemeinde sieht derzeit keine geeigneten Flächen
Die CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung hat sich nach dem aktuellen Stand der Planungen für Mountainbike-Angebote in Roßdorf erkundigt. Hintergrund ist die seit Jahren diskutierte Schaffung legaler Möglichkeiten für Jugendliche und Mountainbike-Begeisterte, ihren Sport außerhalb befestigter Wege auszuüben.
In ihrer Anfrage wollte die CDU unter anderem wissen, ob die Gemeinde konkrete Schritte zur Bereitstellung einer Mountainbike-Strecke plant, welche Rolle ein möglicher Flowtrail spielt und ob ein Pumptrack – beispielsweise auf dem ehemaligen Sportplatz am Schwimmbad – geprüft wurde. Außerdem wurde nach legalen Möglichkeiten gefragt, sich im Gemeindewald mit dem Mountainbike abseits befestigter Wege zu bewegen.
Bürgermeister Norman Zimmermann teilte in seiner Antwort mit, dass derzeit keine konkreten Flächen für einen Flowtrail geprüft werden. Eine geeignete Fläche habe die Verwaltung bislang nicht identifizieren können. Auch die Planung eines Flowtrails werde aktuell nicht priorisiert.
Beim Thema Pumptrack sieht die Verwaltung grundsätzlich Chancen. Eine solche Anlage könne einen offiziellen Treffpunkt für Mountainbiker schaffen und eine legale Möglichkeit bieten, dem Hobby nachzugehen. Ob dadurch illegales Fahren im Wald tatsächlich reduziert würde, lasse sich jedoch nicht vorhersagen.
Als potenzieller Standort wurde in der Anfrage der Bereich am Schwimmbad beziehungsweise am ehemaligen Sportplatz genannt. Die Verwaltung betont jedoch, dass eine Anlage in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten umfassend geprüft werden müsse. Ein Bikepark könne zeitweise größere Besucherströme anziehen und damit verbundene Immissionen verursachen. Weitere geeignete Flächen seien bislang nicht konkret untersucht worden.
Deutlich positioniert sich die Gemeinde beim Thema Waldnutzung. Nach § 15 des Hessischen Waldgesetzes ist Radfahren ausschließlich auf vorhandenen Wegen erlaubt. Abseits offizieller Wege gibt es nach Angaben der Verwaltung in Roßdorf keine legalen Möglichkeiten, Mountainbike-Sport im Wald auszuüben.
Besonders problematisch sei dabei die Situation im FFH-Gebiet „Wald- und Magerrasen bei Roßdorf“. Das Gebiet unterliegt einem besonderen Schutzstatus. Nach Angaben der Verwaltung sei die Genehmigung einer Mountainbike-Strecke innerhalb dieses Schutzgebietes grundsätzlich nicht möglich. Zudem könnten illegale Fahrten die Zertifizierung des Roßdörfer Waldes nach PEFC- und FSC-Standards gefährden. Ein Verlust dieser Zertifizierungen hätte nach Einschätzung der Gemeinde erhebliche wirtschaftliche Folgen, unter anderem bei der Vermarktung von Holz sowie bei Förderprogrammen.
Die Antwort macht deutlich: Während die Gemeinde den Bedarf an legalen Sportangeboten grundsätzlich anerkennt, gibt es aktuell weder konkrete Planungen für einen Flowtrail noch eine festgelegte Fläche für einen Pumptrack. Gleichzeitig bekräftigt die Verwaltung ihre Haltung zum Schutz des Waldes und verweist auf die geltenden naturschutzrechtlichen Vorgaben.
Für die CDU ist die Antwort der Gemeinde noch nicht zufriedenstellend. Zwar werden die Herausforderungen beim Natur- und Waldschutz anerkannt, gleichzeitig sehen wir weiterhin die Verantwortung der Gemeinde, attraktive und legale Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Gerade in Zeiten, in denen viele junge Menschen einen Großteil ihrer Freizeit vor Bildschirmen und Smartphones verbringen, braucht es Orte für Bewegung, Sport und Begegnung im Freien.