Rückblick auf die 35. Sitzung der Gemeindevertretung
Die 35. Sitzung der Gemeindevertretung in Roßdorf am 27. Februar 2026 stand ganz im Zeichen des Haushalts 2026 – und zugleich am Ende einer Legislaturperiode. Über mehrere Stunden hinweg wurde beraten, abgewogen und entschieden. Für die CDU-Fraktion standen dabei Versorgungssicherheit, öffentliche Sicherheit, wirtschaftliches Handeln und Zukunftsfähigkeit im Mittelpunkt.
Ein zentrales Thema war erneut die Trinkwasserversorgung. Die Errichtung eines weiteren Brunnens wird grundsätzlich von allen als sinnvoll erachtet. In den Beratungen stellte sich jedoch heraus, dass es – anders als zunächst dargestellt – nicht um vier mögliche Probebohrungen geht, sondern lediglich um eine. Unser Antrag zur Priorisierung war damit formal hinfällig und wurde von uns zurückgezogen. Unabhängig davon haben wir angeregt, die Standortwahl sorgfältig zu prüfen und auch alternative, hydrologisch günstige Flächen in Betracht zu ziehen. Für die CDU ist klar: Die Sicherung der Trinkwasserversorgung ist elementare Daseinsvorsorge und muss langfristig gedacht werden.
Auch beim Thema Trinkwasserspender ging es uns um einen verantwortungsvollen Umgang mit Haushaltsmitteln. Nachdem ein entsprechender Grundsatzbeschluss bereits gefasst worden war, wollten wir zumindest die angesetzten Kosten realistisch und deutlich niedriger ansetzen. Unsere Recherchen ergaben ein erhebliches Einsparpotenzial. Unser Ansatz lautete: Wenn etwas umgesetzt wird, dann wirtschaftlich. Leider fand dieser Vorschlag keine Mehrheit.
Seit Jahren beschäftigt uns zudem die Werbetafel am Grolmanshof. Der derzeitige Zustand ist unbefriedigend, ohne dass bislang eine Lösung umgesetzt wurde. Mit einem überschaubaren Betrag wollten wir endlich Abhilfe schaffen und das Thema verbindlich im Haushalt verankern. Die Diskussion zeigte allerdings, wie schwierig selbst kleine Projekte werden können. Für uns bleibt entscheidend, dass pragmatische Lösungen möglich sein müssen, ohne unverhältnismäßigen Aufwand zu betreiben.
Breiten Raum nahm die Debatte um die zusätzliche Stelle im Ordnungsamt ein. Die SPD beantragte, diese Stelle nicht zu genehmigen – ein Antrag, der letztlich auch beschlossen wurde. Die CDU sieht das ausdrücklich anders. Wir halten eine erhöhte Präsenz des Ordnungsamts in unseren Straßen für wichtig und hilfreich. Sichtbare Ordnungskräfte stärken das Sicherheitsgefühl, wirken präventiv und entlasten andere Stellen. Darüber hinaus ist es aus unserer Sicht unerlässlich, dass Hilfspolizeibeamte regelmäßig zu zweit im Einsatz sein können. Sicherheit für die Einsatzkräfte und Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger gehören untrennbar zusammen. Eine zusätzliche Stelle wäre dafür ein wichtiger Baustein gewesen.
Dem Antrag zur Radwegebeleuchtung haben wir zugestimmt. Sichere und gut nutzbare Radwege sind ein wichtiger Bestandteil moderner Infrastruktur. Allerdings wies unser Gemeindevertreter Lukas Stühn zutreffend darauf hin: „Das ist wieder so eine Sache unter der Überschrift ‚damals‘.“ Das Thema begleitet uns seit Jahren, ohne dass es konsequent umgesetzt wurde. Jetzt gilt es, die beschlossenen Mittel tatsächlich in konkrete Maßnahmen zu überführen.
Weniger im Vordergrund unserer Berichterstattung stehen pauschale Kürzungsanträge oder zusätzliche Klimaschutzmittel ohne klare Priorisierung. Für uns ist entscheidend, dass Maßnahmen konkret benannt, finanziell sauber hinterlegt und wirksam sind. Klimaschutz muss integraler Bestandteil jeder Investitionsentscheidung sein – nicht bloß eine zusätzliche Haushaltsposition.
Ein starkes Zeichen setzte die Gemeindevertretung am Ende dieser langen Sitzung – und zugleich am Ende der Legislaturperiode. Um exakt 23 Uhr wurde als letzter Tagesordnungspunkt unser Antrag zur Erstellung eines Digitalisierungsfahrplans aufgerufen. Dieser Antrag war nicht nur der letzte der Sitzung, sondern der letzte Antrag dieser Wahlperiode – und er wurde einstimmig angenommen.
Ziel des Digitalisierungsfahrplans ist es, für die kommenden fünf bis sieben Jahre eine klare, strukturierte Strategie für die digitale Weiterentwicklung der Verwaltung zu erarbeiten. Dabei sollen konkrete Projekte definiert, Prioritäten gesetzt, Zeitpläne erstellt sowie personelle und finanzielle Ressourcen realistisch dargestellt werden. Ebenso wichtig ist die transparente Darstellung möglicher Einsparpotenziale und Effizienzgewinne. Digitalisierung darf kein Schlagwort bleiben, sondern muss messbare Verbesserungen bringen – etwa durch digitale Antragsverfahren, medienbruchfreie Prozesse und bürgerfreundliche Online-Angebote. Unser Fraktionsvorsitzender Harald Hanstein brachte es auf den Punkt: „Digitalisierung muss für den Bürger sichtbar sein.“ Genau darum geht es: spürbare Erleichterungen im Alltag, kürzere Wege, schnellere Verfahren und eine moderne Verwaltung.
Mit diesem einstimmigen Beschluss wurde ein zukunftsweisender Impuls gesetzt. Darauf können wir gemeinsam aufbauen.
Zum Abschluss dieser Legislaturperiode bedanken wir uns ausdrücklich für die konstruktive Zusammenarbeit im Parlament. Trotz unterschiedlicher Auffassungen wurde sachlich diskutiert und verantwortungsvoll entschieden. Als CDU-Fraktion sind wir überzeugt, dass wir in den vergangenen Jahren viel erreicht haben. Diesen konstruktiven, lösungsorientierten Kurs möchten wir auch künftig fortsetzen – zum Wohle unserer Gemeinde und aller Bürgerinnen und Bürger.